Welt und Winkel
Kleine Heimaten in New York

Da ist etwas in jedem, das wünscht und will, dass alles seinen Platz hat, seine Ordnung, ob das nun Paradies, das goldene Zeitalter oder Himmel genannt wird, gleich, es ist immer überall die Sehnsucht danach da.
Diese Sehnsucht, oft ausgebeutet und missbraucht, verkitscht oft bis zum Gehtnichtmehr durch Dummheit und Zynismus, ist stärker als das alles, überlebt es.
Diese Sehnsucht ist aber nicht nur Herz, Gefühl und ohne Kopf - im Gegenteil.
Der Kopf ist der Motor: Die Erinnerung, das Denken, Phantasie.
Und so sage, so behaupte ich:
Jeder hat sein Nest im Kopf.

(Alfred Gulden, "Nur auf der Grenze bin ich zu Haus", Saarbrücken 1982)

Idyll und Moloch:

Der eigene Garten - mitten in Manhattan: Village Green
Kleinstadtidyll Brooklyn - Moloch Manhattan,
dazwischen die Brooklyn Bridge: Zu Fuß nach Brooklyn

Wurzeln (jeder hat sein Nest im Kopf)

Im Vertrauten das Fremde: Solst sein a Milioner
Nie mehr zurück in die Alte Heimat: Älterwerden in New York
Eine Kneipe in New York und ein Grab in Wales: Der Mann aus Laugharne
Der Draht zur Kindheit: Großvaterzeit
Ein Kirchendiener in Chinatown: Der kleine lächelnde Buddha
My Bag ist my Home: Die Sack-und-Pack-Leute


Die Geschichten sind dem Band "Silvertowers" von Alfred Gulden entnommen, der 1993 im LIST-Verlag (München und Leipzig) erschienen ist und insgesamt 55 New Yorker Geschichten enthält.
Bildquellen
erstellt von Heinz-Dirk Luckhardt am 03. 03. 2000, zuletzt geändert am 07.03.2000